Stadtrundgang

Kuppenheim ist mehr als 900 Jahre alt. Erstmals wird es zwischen 1080 und 1100 in einer Schenkungsurkunde an das neu gegründete Kloster Hirsau erwähnt. Der ursprünglich ebersteinische Marktflecken gelangte 1283 in die Herrschaft der Markgrafen von Baden. Sie begannen um 1300 mit dem Bau der Stadtmauern und Tortürme, verliehen Kuppenheim das Stadtrecht und machten es zur Amtsstadt, der bis zu 22 Dörfer im Bereich von Durmersheim bis Gaggenau zugeordnet waren. 1689 wurde die Stadt während des Pfälzer Erbfolgekriegs von den Franzosen  niedergebrannt. Danach verlor Kuppenheim zugunsten Rastatts seine Funktion als Oberamt. Dank seiner Standortgunst im Städtedreieck Baden-Baden, Rastatt und Gaggenau konnte Kuppenheim aber seine zentralörtliche Funktion bewahren und ist heute Sitz eines selbständigen Verwaltungsraums, zu dem der Stadtteil Oberndorf und die Nachbargemeinde Bischweier gehören.

Die behutsam sanierte Altstadt ist noch heute ein eindrucksvolles Beispiel für den mittelalterlichen Städtebau im Südwesten Deutschlands. Erhalten sind große Partien der Ringmauer und des Stadtgrabens. Vom Unteren Tor ist noch verblieben das in Stein gehauene älteste Badische Wappen. Das alte Rathaus mit seinem offenen Arkadengang, historische Brunnen, Gassen und Plätze, hie und da ein ortstypisches Ackerbürgerhaus mit Krüppelwalmdach sind Zeugen einer lebendigen Vergangenheit. Mit dem neuen Rathaus  und der Neuanlage des Friedensplatzes (2002) hat die Stadt wieder eine echte Mitte gewonnen. Die katholische Pfarrkirche St.Sebastian ist ein herausragendes Beispiel neogotischer Baukunst. Zur reichen Innenausstattung gehört eine wertvolle spätgotische Predella (um 1530) im rechten Querschiff.

An das jüdische Leben in Kuppenheim erinnert der Synagogenplatz. Die Synagoge wurde in der Reichspogromnacht (1938) niedergebrannt. Bis ins 17. Jahrhundert gehen die Grabsteine auf dem alten jüdischen Friedhof an der Stadtwaldstraße zurück. Er diente als zentrale Begräbnisstätte für die jüdische Bevölkerung Mittelbadens.

Immer noch ziehen der Mühl- und der Gewerbekanal durch Kuppenheim.  Ihre Wasserkraft diente früher den Mühlen und der örtlichen Stromgewinnung. Heute bereichern sie die Stadt vor allem als naturhafte Grünzonen. Eine große Rolle spielte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in Kuppenheim die Kofferindustrie. Die Jugendstilvillen der Fabrikanten erinnern noch an diesen Industriezweig.

Im Stadtteil Oberndorf ist in der Filialkirche Hl. Kreuz ein Barockaltar mit einem qualitätsvollen Gemälde des Gekreuzigten von Johann Baptist Enderle aus Donauwörth zu sehen. In der Hauptstraße finden sich zwei sehenswerte Hofanlagen aus dem 18. Jahrhundert.

 

Kontakt

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