Geschichte

1095

Kuppenheim selbst wurde um 1095 erstmals urkundlich erwähnt. Es war zu dieser Zeit der bedeutendste Ort des Ufgaus, einer Landschaft gelegen zwischen der südlichen Ortenau und dem nördlichen Kraichgau. Zudem stellt die Murg die Grenze zwischen dem alemannischen und fränkischen Siedlungsgebiet dar.

Wann Kuppenheim gegründet wurde, lässt sich nicht genau feststellen. Sicher ist aber, dass es schon zur Römerzeit eine Ansiedlung auf Kuppenheimer Gemarkung gab, da hier die damals wichtigen Römerstraßen entlang der Vorberge des Schwarzwaldes führten.

Die Landesstraße L67 nach Baden-Baden entspricht noch heute der Straßenführung aus jener Zeit.

 

1283

Im Jahre 1283 wurde die Stadt von den Grafen von Eberstein, die den Zenit ihrer Macht bereits überschritten hatten, an die Markgrafen von Baden verkauft.

 

1453

1453 ist sogar von einer "Amptsstatt Cuppenheim" die Rede, zu der 14 Dörfer gehörten.

 

 

1535

1535 wurde Kuppenheim zur Oberamtstadt erhoben mit über 22 Dörfern. Dieser Rang entspricht heute der "Hauptstadt" eines Landkreises.

 

 

1689

Doch im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde Kuppenheim 1689 "bis auf ein Haus" niedergebrannt und verlor so seinen Status als Oberamtsstadt. Dieser ging auf die nunmehrige Residenzstadt der Markgrafschaft Baden-Baden, Rastatt über.

 

 

18. Jahrhundert

Nach einem nur schleppenden Wiederaufbau zu Anfang des 18. Jahrhunderts wuchs die Stadt aber zusehends über die vormalige Stadtmauer hinaus.

 

 

19. Jahrhundert

Die Reste der Befestigungsanlagen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschleift, erhalten blieben nur Teile der Stadtmauer. Zu dieser Zeit wirkte in Kuppenheim als Stadtpfarrer Pfarr-Rektor Franz Joseph Herr, ein bedeutender Geist, der sowohl die Stadtkirche als auch die Antoniuskapelle renovieren bzw. neu erbauen ließ. Herr, ein unehelicher Abkömmling von Großherzog Karl Friedrich von Baden, ist Ehrenbürger der Stadt Kuppenheim.

In der Zeit ab 1850 erlebte auch Kuppenheim einen industriellen Aufschwung. Weg vom reinen Bauerndorf entwickelte es sich durch die mittlerweile nicht mehr existente Kofferfabrik Schaeuble, der weitere gleichgelagerte Betriebe folgten - bis in die Nachkriegszeit wurde Kuppenheim als "Badische Kofferstadt" bezeichnet - sowie durch verschiedene mittelständische Unternehmen zu einer modernen Stadt.

Maßgeblich dazu beigetragen hat die Lage in der wirtschaftlich starken Technologieregion Karlsruhe, eingebettet zwischen den Automobilstädten Rastatt und Gaggenau sowie dem Weltbad Baden-Baden. Trotz der großen Industrialisierung der Region um Kuppenheim herum hat die Stadt ihr ländliches Erscheinungsbild bewahren können.

 

 

1849

Im Verlauf der Badischen Revolution fand bei Kuppenheim im Jahre 1849 ein Gefecht zwischen den Freischärlern und den preußischen Interventionstruppen statt. Auch im Rahmen der Belagerung der Bundesfestung Rastatt war preußisches Militär in Kuppenheim einquartiert.

 

 

1918

Nachdem im Ersten Weltkrieg auch viele Kuppenheimer gefallen waren, traf die Depression der 20er Jahre die Stadt schwer. Erschwerend kam hinzu, dass Kuppenheim sich in der demilitarisierten Zone befand. Viele Bürger wanderten daher in dieser Zeit in die USA aus. In diesem Zusammenhang interessant ist, dass ein Auswanderer aus Kuppenheim in den USA im 19. Jahrhundert einen großen Textilkonzern aufbaute, der den Namen "Kuppenheimer" trug.

 

 

1933 (Gleichschaltung)

Auch die Zeit des Nationalsozialismus ließ Kuppenheim nicht unberührt. Schwer wog der Verlust des Stadtrechtes im Jahre 1935.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle der couragierte Stadtpfarrer Heinrich Geiler, ein weiterer Ehrenbürger der Stadt, der sich weder vor noch nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, ungeachtet drohender persönlicher Folgen, auf der Kanzel und in seinem Kirchenblatt davon abhalten ließ, eine deutliche Sprache wider das Regime zu sprechen. Später wurde auch eine Straße nach ihm benannt. Im Zweiten Weltkrieg selbst kam Kuppenheim ansonsten glimpflich davon.

 

 

1938

Während der Reichskristallnacht 1938 wurde die jüdische Synagoge durch die Nationalsozialisten ein Raub der Flammen. Die Trümmer wurden erst Jahre später abgetragen.

 

 

1950

Im Jahre 1950 wurde Kuppenheim durch den Präsidenten des Landes (Süd-)Baden, Leo Wohleb das Stadtrecht wiederverliehen.

 

 

1971

01. Januar: Eingliederung Gemeinde Oberndorf

 

 

1973

Gründung des Gemeindeverwaltungsverbandes Bischweier-Kuppenheim

 

 

1983

Städtepartnerschaft mit Raon l'Etape

 

 

2001

Freundschaftsvertrag mit der italienischen Gemeinde Filottrano

 

 

 


Die Sage der "Knöpflestadt"

Im 30jährigen Krieg entstand die Bezeichnung "Knöpflestadt", welche zu diesem bekanntesten Spitznamen Kuppenheims geführt hat. Der Sage nach wurden die Kuppenheimer von den Schweden belagert, und als die Nahrungsvorräte langsam zur Neige gingen, entschloss man sich zu einer List: Jeder sollte alles Mehl und Eier zusammentragen, um daraus "Knöpfle", eine Art Spätzle, zu kochen. Diese wurden dann über die Stadtmauer geworfen, um den Feind glaubhaft zu machen, dass man noch genug Vorräte habe. Da brachen die Schweden die vermeintlich unsinnige Belagerung ab und Kuppenheim war gerettet.

Unser nebenstehendes Bild zeigt das "Kuppener Knöpfle", Symbolfigur zur 900-Jahr-Feier der Stadt Kuppenheim 1995, entworfen von Franz Rauchberger.



Zur Geschichte der Stadt Kuppenheim sind diverse Bücher erhältlich.

 

Bücher

Zur Geschichte der Stadt Kuppenheim sind diverse Bücher erhältlich.

GERHARD FRIEDRICH LINDER
Kuppenheim - Chronik einer Stadt
EUR 29,50

 

GERHARD FRIEDRICH LINDER
Die jüdische Gemeinde in Kuppenheim
EUR 14,00

GIL HÜTTENMEISTER /
GERHARD FRIEDRICH LINDER
Die Grabinschriften des Jüdischen Friedhofes Kuppenheim
EUR 29,80

 

FRANZ RUF
Oberndorf im Murgtal
EUR 18,00

 

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Stadtfamilienbuch
Die Bevölkerung der Stadt Kuppenheim und des Stadtteils Oberndorf bis zum Ende des 17. Jahrhunderts
(Größe 1,83 MB)